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Die Grundschuld – das Sicherungsmittel bei Immobilien

Eine Immobilie – ob Wohnung oder Haus – kann in den seltensten Fällen mit eigenen Geldmitteln finanziert werden; in der Regel wird dafür ein Kredit aufgenommen. Der Kredit – auch als Darlehen bezeichnet – wird in der Praxis fast immer durch sogenannte „Grundpfandrechte“ abgesichert. Das deutsche Recht kennt drei Arten von Grundpfandrechten: die Hypothek, die Grundschuld und die Rentenschuld. Das für die Finanzierung mit Abstand am meisten verwendete Grundpfandrecht ist die Grundschuld. Zwar sagt man oft umgangssprachlich, - „dass man eine Hypothek auf dem Haus habe“, doch diese Aussage ist aus juristischer Sicht meistens schlichtweg falsch. Zu 99,0 Prozent handelt es sich bei diesen „Hypotheken“ um Grundschulden. Trotzdem verwenden selbst die Banken in ihren Unterlagen oft den Begriff „Hypothekendarlehen“. 

Rechtliche Grundlagen
Wer Schulden macht, haftet dafür immer mit seinem gesamten Vermögen. Dieser Grundsatz gilt selbst dann, wenn zwischen Gläubiger und Schuldner keine besondere Kreditsicherung vereinbart wurde. Hat ein Schuldner allerdings mehrere Gläubiger, besteht für diese die Gefahr, dass das Vermögen des Schuldners zur Befriedigung der Forderungen aller Gläubiger nicht ausreicht und die, die zuletzt ihre Forderungen geltend machen, leer ausgehen. Mit der Eintragung einer Grundschuld am Grundstück des Schuldners sichert die finanzierende Sparkasse oder Bank ihr Darlehen zusätzlich ab, da sie dadurch das Grundstück als Pfand erhält. Die Grundschuld gibt der Bank dann das Recht, dass belastete Grundstück im Wege der Zwangsversteigerung verwerten zu lassen, um dadurch aus dem Erlös eine bevorzugte Befriedigung ihrer Forderung vor allen anderen Gläubigern zu erreichen.