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Hausreinigung durch den Mieter

Die Kosten der Hausreinigung gehören zu den Betriebskosten, die dem Eigentümer bei bestimmungsgemäßem Gebrauch des Gebäudes laufend entstehen. Soweit mehrere Wohnungen in einem Haus vermietet sind, ist es grundsätzlich Sache des Vermieters, für das Sauberhalten von Zugängen, Fluren, Treppen, Kellern, Speichern und Waschküchen zu sorgen. Allerdings gehören die Kosten der Hausreinigung zu den sogenannten umlegbaren Kosten, können also im Mietvertrag auf den Mieter umgelegt werden. Die Übertragung der Hausreinigung auf den Mieter ist im Formularmietvertrag meist unter der Rubrik "Betriebskosten" geregelt, manchmal aber auch durch eine Verweisung auf eine in Anlage beigefügte Hausordnung.

Soweit ein Hausmeister vorhanden ist, dem die Hausreinigung übertragen wird, oder der Vermieter selbst bzw. durch eine Gebäudereinigung sich darum kümmert, werden die Kosten im Rahmen der Betriebskostenabrechnung dem Mieter anteilig auferlegt. Bei Wohnungseigentumsanlagen wird dies regelmäßig der Fall sein. Wenn in einem solchen Fall in der oft gedankenlos als Anlage beigefügten Hausordnung trotzdem eine Reinigungsverpflichtung des Mieters enthalten ist, ist diese unwirksam. Es kann nicht angehen, daß der Mieter sich an den Hausreinigungskosten beteiligen und gleichzeitig auch noch selbst reinigen muß.

War es in den fünfziger und sechziger Jahren noch selbstverständlich, daß auch bei einem Mehrparteienhaus die Bewohner in wechselndem Turnus die Hausreinigung vorgenommen haben, so sind die Meinungen heute eher geteilt. Ältere und langjährige Mieter sind meist der Meinung, daß niemandem ein Zacken aus der Krone bricht, wenn er ein oder zweimal im Monat Hausflur und Treppenhaus kehrt oder wischt und daß man die Kosten einer Putzfrau vermeiden kann. Andere Mieter lehnen eine Beteiligung an der Hausreinigung ab und zahlen lieber die anteiligen Fremdkosten. Sie haben entweder selbst keine Lust zu putzen oder haben Bedenken, daß die anderen auch wirklich pünktlich und umfassend ihrer Putzpflicht nachkommen und daß die unterschiedlichen Ansichten hierüber zu Streitigkeiten und Reibereien innerhalb des Hauses führen. Vor allem dann, wenn der Vermieter selbst nicht im Haus wohnt, kann er nicht immer ausreichend kontrollieren, ob die einzelnen Mieter ihren Reinigungspflichten auch nachkommen. Er muß sich dann häufig mit den Klagen einzelner Mieter befassen, die sich darüber beschweren, daß die anderen Hausbewohner ihrer Verpflichtung nicht ordnungsgemäß nachkommen.

Es allen Mietern recht zu machen, wird für einen Vermieter nicht leicht sein, zumal er sich ja beim Abschluß des Mietvertrages nicht von Fall zu Fall entscheiden kann, ob er den künftigen Mieter in die Hausreinigungspflicht einbindet oder ihn an Fremdkosten beteiligt. Es kann ja nur für alle Mieter einheitlich eine Lösung getroffen werden, bestehende Vereinbarungen können nicht nachträglich geändert werden.

Der Vorteil der Hausreinigung durch den Hausmeister oder eine Fremdfirma ist offenkundig. Die Einstellung einer Putzfrau schont nicht nur die Kräfte der Mieter, sondern trägt auch erheblich zum Hausfrieden bei. Es entfallen dann Schuldzuweisungen an den, der nach Meinung der anderen nicht oder nicht ordentlich geputzt hat.

Die Mieter, die an der Hausreinigung beteiligt sind und dieses Problem auch immer wieder vorfinden, sollten daher sich überlegen, ob sie nicht künftig lieber eine Reinigungsfirma über eine Nebenkostenerhöhung bezahlen wollen. Der Vermieter hat gegen eine solche Vertragsänderung sicherlich nichts einzuwenden.