Der BWE informiert / BWE-Wissensdatenbank / Themen EFGH / Heizkosten - Ablesen und Abrechnen

Heizkosten - Ablesen und Abrechnen

Die einzelnen Geräte

- Wärmezähler (physikalische Messung der durchgeflossenen Wärmemenge)

- Heizkostenverteiler (Verdunstungsgeräte oder elektronische Verteiler) und

- Warmwasserzähler (eichpflichtig, physikalische Messung der durchgeflossenen Kubikmeter)

müssen abgelesen werden.

Diese Ablesung erfolgt regelmäßig einmal im Jahr am Ende der Heizperiode durch Wärmedienstunternehmen. Die hierbei abgelesenen Werte werden zusammen mit den Brennstoffkosten, den Heizungsbetriebskosten (Strom, Bedienung, Überwachung, Pflege, Wartung) berechnet. Jeder Mieter erhält dann eine Abrechnung.

Bei Wohnanlagen wird die Ablesung der Geräte in der Regel 14 Tage vorher durch Aushang im Treppenhaus angekündigt oder die Bewohner anderweitig in geeigneter Weise (Flugblatt) informiert.

Der Mieter muß den Ableser, der sogenannter Erfüllungsgehilfe des Vermieters ist, den Zutritt zur Wohnung gestatten. Soweit nicht ein Alternativtermin von vornherein bekannt ist, und der Mieter am vorgesehenen Ablesetag nicht in der Wohnung sein kann, muß der Mieter dem Ableser den Zutritt auch in seiner Abwesenheit gestatten. Es empfiehlt sich jedoch, einen Bekannten, möglicherweise auch einen Nachbarn oder den Hausmeister darum zu bitten, bei der Ablesung mitanwesend zu sein. Verweigert der Mieter das Ablesen n zumutbarer Weise angekündigter Termine, läuft er Gefahr, daß die Ablesung auf seine Kosten erfolgt, wenn der Mitarbeiter der Ablesefirma erneut kommen muß.

Es empfiehlt sich, sich den Personalausweis und den Firmenausweis des Mitarbeiters der Ablesefirma zeigen zu lassen. Es ist schon öfter vorgekommen, daß Unbefugte, die den Aushang im Treppenhaus ebenfalls gelesen haben, sich also Monteure der Ablesefirma ausgeben und sich dadurch unbefugt Zutritt zur Wohnung verschaffen.

Bei den Heizkostenverteilern wird nach dem Verdunstungsprinzip abgelesen, in jedem Fall werden neue Ampullen eingesetzt und zur Kontrolle jeweils die Farbe der Flüssigkeit gewechselt. Oft ändert sich auch die Skaleneinteilung.

Damit bei der nächsten Ablesung kein Mißverständnis entsteht, sollte der Mieter auf einen ordnungsgemäßen Austausch achten. Die Flüssigkeit bei den neu eingesetzten Ampullen muß etwas über der oberen Nullmarke liegen, man nennt dies die Kaltverdunstungsvorgabe.

Anhand dieser Ablesung und unter Berücksichtigung der weiteren Kosten im Zusammenhang mit der Heizung wird dann die Heizkostenabrechnung erstellt. Eine solche Abrechnung muß für jeden, auch für den juristischen und betriebswirtschaftlichen Laien, nachvollziehbar und verständlich sein. Die Abrechnung muß deutlich machen, um welches Haus und um welche Wohnung es sich handelt und welcher Abrechnungszeitraum erfaßt ist. Es muß nachvollziehbar sein, wie der Brennstoffbestand zu Beginn und am Ende des Abrechnungszeitraums war (verbrauchte Menge) und welche Kosten hierfür aufgewendet wurden.

Ist die Abrechnung nicht nachvollziehbar oder bleiben wegen einzelner Positionen ernstliche begründete Zweifel, kann der Mieter die geforderte Zahlung zurückhalten, allerdings jeweils nur bezüglich der Position, die zweifelhaft ist.

§ 12 der HKVO gewährt dem Mieter darüber hinaus ausdrücklich ein Kürzungsrecht von 15 %, wenn der Vermieter keine verbrauchsabhängige Rechnung im Rahmen der Heizkostenverordnung vorgelegt hat.

Ist die Heizkostenabrechnung zwar zu beanstanden, möchte der Mieter aber die zugrundeliegenden Einzelbeträge prüfen, muß ihm die Möglichkeit zur Einsichtnahme beim Vermieter oder beim Wärmedienstunternehmen gewährt werden. Unterschiedliche Ansichten haben die Gerichte bei der Frage, ob der Vermieter gegen Kostenerstattung auch entsprechende Kopien für den Mieter fertigen muß.