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Nachbarskatze – unerwünschter Besuch im eigenen Garten

Das Problem:
Das Halten eines Haustiers, z. B. einer Katze, ist ein Stück persönliche Freiheit, dass dem Eigentümer eines Grundstücks oder einer Wohnung grundsätzlich nicht versagt werden darf. Die Tierhaltung kann allenfalls in einer Eigentumswohnanlage durch eine Nutzungsreglung in der Gemeinschaftsordnung oder eine Hausordnung geregelt, nicht aber gänzlich verboten werden. In Mietverträgen ist die Tierhaltung meist genehmigungsbedürftig vereinbart. Die Mietgerichte entscheiden im Zweifel großzügig zu Gunsten des Mieters bei der Interessenabwägung. Das Halten einer Katze kann der Vermieter meist nicht verbieten.

Soweit Katzen nicht ausschließlich in der Wohnung gehalten werden (“Stubentiger“), pflegen sie sich ein eigenes Revier zu verschaffen, das sich nicht auf das Grundstück ihres Herrchens oder Frauchens beschränkt. Katzen können, anders als ein Hund, kaum auf dem eigenen Grundstück gehalten werden und beziehen die Nachbargrundstücke in ihr Revier mit ein.
Interessenkollisionen sind vorgezeichnet, vor allem wenn nebenan ein Gartenfreund besonders schöne Blumen gepflanzt hat oder besondere Vorkehrungen trifft, dass die heimische Vogelwelt sich in seinem Grundstück besonders wohl fühlt. Auch Kinderspielplätze, vor allem Sandkästen, sind ein bevorzugter Platz für Katzen, in denen sie gerne ihren Kot ablagern. Viele Nachbarn haben sich schon wegen freilaufender Katzen nachhaltig zerstritten. Eine große Zahl von Gerichtsurteilen macht deutlich, dass eine gütliche Einigung selten erzielt werden konnte.

Wie kann man sich wehren?

Welche Möglichkeiten bestehen für den Grundstückseigentümer, die Nachbarskatze von seinem Besitz fernzuhalten?
Das BGB nennt zwei Vorschriften, die in Frage kommen. Dies ist einmal der § 906 BGB, wonach der Eigentümer eines Grundstücks von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen nicht verbieten kann, soweit dadurch die Benutzung seines Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Dabei wird bei der Frage der Wesentlichkeit darauf abgestellt, ob die Benutzung des anderen Grundstücks ortsüblich ist und nicht durch Maßnahmen verhindert werden kann, die den Nachbarn wirtschaftlich zumutbar sind. Nach der Rechtsprechung gehören zu den Einwirkungen im Sinn des § 906 BGB aber nur solche Tiere, deren Bewegungen durch den Menschen völlig unbeeinflussbar sind, wie
z. B. Bienen, Fliegen oder Ratten, nicht dagegen umherwandernde Katzen, auch wenn sie nur schwer auf dem eigenen Grundstück gehalten werden können.
Ein Ausgleich der Interessen von Katzenhaltern auf der einen und Vogelschützern, Blumenfreunden und Sandkastennutzern auf der anderen Seite wird daher über das sogenannte nachbarschaftliche Gemeinschaftsverhältnis gesucht. Dies verlangt gegenseitige Rücksichtnahme als Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben.




Bayer. Wohnungs- und Grundeigentümerverband e.V.
Dachauer Str. 31, 80335 München, Tel. (089) 597937
- 2 -


Was sagt die Rechtsprechung?
Die Gerichte orientieren sich an der Ortsüblichkeit. So wird es in Villenvierteln als üblich erachtet, dass Hauskatzen frei im Auslauf gehalten werden. Auch soll es einem Katzenhalter zugestanden werden, beliebig viele Katzen zu halten, wenn er die Zahl der frei herumlaufenden Katzen auf ein bis zwei Tiere beschränkt.
Es gibt aber keinen Grundsatz, dass jeder Grundstückseigentümer ein bis zwei Katzen halten kann, die dann die Grundstücke der anderen Eigentümer, die keine Katzen halten, durchstreifen dürfen. Eine bestimmte Begrenzung auf die Zahl der Katzenhalter als alleiniges Kriterium macht schon darum keinen Sinn, wenn man bedenkt, dass in einer Reihenhaussiedlung jeder Eigentümer zwei Katzen halten kann, die sämtliche Grundstücke durchstreifen werden.

Abwehrmöglichkeiten:
Der betroffene Nachbar darf die Katze von seinem Grundstück verjagen. Er darf sie sogar fangen und vorübergehend einsperren. Hierzu muss er aber von verschiedenen Abwehrmöglichkeit, die für die Katze am wenigsten schädliche wählen und auch das Tierschutzgesetz beachten, also der Katze nicht unnötige Schmerzen zufügen. Auch wenn die Katze sein Grundstück ohne seinen Willen betritt, wird er keine weiteren Abwehrrechte haben. Kommt es allerdings zu einer erheblichen Eigentumsbeeinträchtigung, wie z. B. Kotablagerung oder das Jagen von Vögeln und Töten von Zierfischen, liegt eine Eigentumsbeeinträchtigung vor, die abgewehrt werden darf. Dies kann sogar bis zu einem Anspruch auf Schadenersatz gegen den Tierhalter führen. Will nämlich ein Eigentümer einen pflegeintensiven Blumengarten anlegen, Zierfische halten oder einen besonders schönen Lebensraum für geschützte Vogelarten schaffen, ist er wenigstens so schützenswert wie der Nachbar als Katzenhalter.
Der Nachbar kann sich nicht darauf berufen, dass das Herumstreifen zur Wesensart der Katzen gehört und dass ein entstandener Schaden durch die Katzen hinzunehmen ist. Dies geht sogar so weit, dass auf eine Katzenhaltung verzichtet werden muss, wenn der Nachbar nicht zur Warnung der Vögel durch eine Glocke am Halsband der Katze Vorsorge trifft.

Durchsetzbarkeit der Ansprüche:
Ein Abwehranspruch des betroffenen Nachbarn auf Unterlassung der Katzenhaltung und damit auf Beseitigung der Störung ist schwer durchsetzbar. Oft scheitert ein Rechtsstreit auch an der Beweislast, die der Kläger hat, wenn der Beklagte vorträgt, es seien nicht seine Katzen gewesen, die z.B. die Zierfische im Teich des Klägers getötet oder dessen Vögel gejagt haben.
Das Amtsgericht Starnberg hatte vor einiger Zeit einen Fall zu lösen, wo sich der Kläger zu Recht beschwert hatte, dass die Beklagte Nachbarin sieben Katzen hielt, die sich ständig auf seinem Grundstück aufhielten und dieses verschmutzten. Daraufhin legte die beklagte Nachbarin fünf Kaufverträge vor, wonach sie die Katzen (alle mit bestimmten Namen) an Nachbarn verkauft hatte, die dieses noch als Zeugen bestätigten. Allerdings, so die beklagte Nachbarin, könne sie nichts dafür wenn die Katzen immer wieder zu ihr zum Fressen kämen und außerdem auch sich in des Klägers Garten aufhalten würden.

Rechtsanwalt Hubertus Höck, München, Landesvorsitzender des BWE
Das Problem:
Das Halten eines Haustiers, z. B. einer Katze, ist ein Stück persönliche Freiheit, dass dem Eigentümer eines Grundstücks oder einer Wohnung grundsätzlich nicht versagt werden darf. Die Tierhaltung kann allenfalls in einer Eigentumswohnanlage durch eine Nutzungsreglung in der Gemeinschaftsordnung oder eine Hausordnung geregelt, nicht aber gänzlich verboten werden. In Mietverträgen ist die Tierhaltung meist genehmigungsbedürftig vereinbart. Die Mietgerichte entscheiden im Zweifel großzügig zu Gunsten des Mieters bei der Interessenabwägung. Das Halten einer Katze kann der Vermieter meist nicht verbieten.

Soweit Katzen nicht ausschließlich in der Wohnung gehalten werden (“Stubentiger“), pflegen sie sich ein eigenes Revier zu verschaffen, das sich nicht auf das Grundstück ihres Herrchens oder Frauchens beschränkt. Katzen können, anders als ein Hund, kaum auf dem eigenen Grundstück gehalten werden und beziehen die Nachbargrundstücke in ihr Revier mit ein.
Interessenkollisionen sind vorgezeichnet, vor allem wenn nebenan ein Gartenfreund besonders schöne Blumen gepflanzt hat oder besondere Vorkehrungen trifft, dass die heimische Vogelwelt sich in seinem Grundstück besonders wohl fühlt. Auch Kinderspielplätze, vor allem Sandkästen, sind ein bevorzugter Platz für Katzen, in denen sie gerne ihren Kot ablagern. Viele Nachbarn haben sich schon wegen freilaufender Katzen nachhaltig zerstritten. Eine große Zahl von Gerichtsurteilen macht deutlich, dass eine gütliche Einigung selten erzielt werden konnte.

Wie kann man sich wehren?

Welche Möglichkeiten bestehen für den Grundstückseigentümer, die Nachbarskatze von seinem Besitz fernzuhalten?
Das BGB nennt zwei Vorschriften, die in Frage kommen. Dies ist einmal der § 906 BGB, wonach der Eigentümer eines Grundstücks von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen nicht verbieten kann, soweit dadurch die Benutzung seines Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Dabei wird bei der Frage der Wesentlichkeit darauf abgestellt, ob die Benutzung des anderen Grundstücks ortsüblich ist und nicht durch Maßnahmen verhindert werden kann, die den Nachbarn wirtschaftlich zumutbar sind. Nach der Rechtsprechung gehören zu den Einwirkungen im Sinn des § 906 BGB aber nur solche Tiere, deren Bewegungen durch den Menschen völlig unbeeinflussbar sind, wie
z. B. Bienen, Fliegen oder Ratten, nicht dagegen umherwandernde Katzen, auch wenn sie nur schwer auf dem eigenen Grundstück gehalten werden können.
Ein Ausgleich der Interessen von Katzenhaltern auf der einen und Vogelschützern, Blumenfreunden und Sandkastennutzern auf der anderen Seite wird daher über das sogenannte nachbarschaftliche Gemeinschaftsverhältnis gesucht. Dies verlangt gegenseitige Rücksichtnahme als Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben.




Bayer. Wohnungs- und Grundeigentümerverband e.V.
Dachauer Str. 31, 80335 München, Tel. (089) 597937
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Was sagt die Rechtsprechung?
Die Gerichte orientieren sich an der Ortsüblichkeit. So wird es in Villenvierteln als üblich erachtet, dass Hauskatzen frei im Auslauf gehalten werden. Auch soll es einem Katzenhalter zugestanden werden, beliebig viele Katzen zu halten, wenn er die Zahl der frei herumlaufenden Katzen auf ein bis zwei Tiere beschränkt.
Es gibt aber keinen Grundsatz, dass jeder Grundstückseigentümer ein bis zwei Katzen halten kann, die dann die Grundstücke der anderen Eigentümer, die keine Katzen halten, durchstreifen dürfen. Eine bestimmte Begrenzung auf die Zahl der Katzenhalter als alleiniges Kriterium macht schon darum keinen Sinn, wenn man bedenkt, dass in einer Reihenhaussiedlung jeder Eigentümer zwei Katzen halten kann, die sämtliche Grundstücke durchstreifen werden.

Abwehrmöglichkeiten:
Der betroffene Nachbar darf die Katze von seinem Grundstück verjagen. Er darf sie sogar fangen und vorübergehend einsperren. Hierzu muss er aber von verschiedenen Abwehrmöglichkeit, die für die Katze am wenigsten schädliche wählen und auch das Tierschutzgesetz beachten, also der Katze nicht unnötige Schmerzen zufügen. Auch wenn die Katze sein Grundstück ohne seinen Willen betritt, wird er keine weiteren Abwehrrechte haben. Kommt es allerdings zu einer erheblichen Eigentumsbeeinträchtigung, wie z. B. Kotablagerung oder das Jagen von Vögeln und Töten von Zierfischen, liegt eine Eigentumsbeeinträchtigung vor, die abgewehrt werden darf. Dies kann sogar bis zu einem Anspruch auf Schadenersatz gegen den Tierhalter führen. Will nämlich ein Eigentümer einen pflegeintensiven Blumengarten anlegen, Zierfische halten oder einen besonders schönen Lebensraum für geschützte Vogelarten schaffen, ist er wenigstens so schützenswert wie der Nachbar als Katzenhalter.
Der Nachbar kann sich nicht darauf berufen, dass das Herumstreifen zur Wesensart der Katzen gehört und dass ein entstandener Schaden durch die Katzen hinzunehmen ist. Dies geht sogar so weit, dass auf eine Katzenhaltung verzichtet werden muss, wenn der Nachbar nicht zur Warnung der Vögel durch eine Glocke am Halsband der Katze Vorsorge trifft.

Durchsetzbarkeit der Ansprüche:
Ein Abwehranspruch des betroffenen Nachbarn auf Unterlassung der Katzenhaltung und damit auf Beseitigung der Störung ist schwer durchsetzbar. Oft scheitert ein Rechtsstreit auch an der Beweislast, die der Kläger hat, wenn der Beklagte vorträgt, es seien nicht seine Katzen gewesen, die z.B. die Zierfische im Teich des Klägers getötet oder dessen Vögel gejagt haben.
Das Amtsgericht Starnberg hatte vor einiger Zeit einen Fall zu lösen, wo sich der Kläger zu Recht beschwert hatte, dass die Beklagte Nachbarin sieben Katzen hielt, die sich ständig auf seinem Grundstück aufhielten und dieses verschmutzten. Daraufhin legte die beklagte Nachbarin fünf Kaufverträge vor, wonach sie die Katzen (alle mit bestimmten Namen) an Nachbarn verkauft hatte, die dieses noch als Zeugen bestätigten. Allerdings, so die beklagte Nachbarin, könne sie nichts dafür wenn die Katzen immer wieder zu ihr zum Fressen kämen und außerdem auch sich in des Klägers Garten aufhalten würden.

Rechtsanwalt Hubertus Höck, München, Landesvorsitzender des BWE
Das Problem:
Das Halten eines Haustiers, z. B. einer Katze, ist ein Stück persönliche Freiheit, dass dem Eigentümer eines Grundstücks oder einer Wohnung grundsätzlich nicht versagt werden darf. Die Tierhaltung kann allenfalls in einer Eigentumswohnanlage durch eine Nutzungsreglung in der Gemeinschaftsordnung oder eine Hausordnung geregelt, nicht aber gänzlich verboten werden. In Mietverträgen ist die Tierhaltung meist genehmigungsbedürftig vereinbart. Die Mietgerichte entscheiden im Zweifel großzügig zu Gunsten des Mieters bei der Interessenabwägung. Das Halten einer Katze kann der Vermieter meist nicht verbieten.

Soweit Katzen nicht ausschließlich in der Wohnung gehalten werden (“Stubentiger“), pflegen sie sich ein eigenes Revier zu verschaffen, das sich nicht auf das Grundstück ihres Herrchens oder Frauchens beschränkt. Katzen können, anders als ein Hund, kaum auf dem eigenen Grundstück gehalten werden und beziehen die Nachbargrundstücke in ihr Revier mit ein.
Interessenkollisionen sind vorgezeichnet, vor allem wenn nebenan ein Gartenfreund besonders schöne Blumen gepflanzt hat oder besondere Vorkehrungen trifft, dass die heimische Vogelwelt sich in seinem Grundstück besonders wohl fühlt. Auch Kinderspielplätze, vor allem Sandkästen, sind ein bevorzugter Platz für Katzen, in denen sie gerne ihren Kot ablagern. Viele Nachbarn haben sich schon wegen freilaufender Katzen nachhaltig zerstritten. Eine große Zahl von Gerichtsurteilen macht deutlich, dass eine gütliche Einigung selten erzielt werden konnte.

Wie kann man sich wehren?

Welche Möglichkeiten bestehen für den Grundstückseigentümer, die Nachbarskatze von seinem Besitz fernzuhalten?
Das BGB nennt zwei Vorschriften, die in Frage kommen. Dies ist einmal der § 906 BGB, wonach der Eigentümer eines Grundstücks von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen nicht verbieten kann, soweit dadurch die Benutzung seines Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Dabei wird bei der Frage der Wesentlichkeit darauf abgestellt, ob die Benutzung des anderen Grundstücks ortsüblich ist und nicht durch Maßnahmen verhindert werden kann, die den Nachbarn wirtschaftlich zumutbar sind. Nach der Rechtsprechung gehören zu den Einwirkungen im Sinn des § 906 BGB aber nur solche Tiere, deren Bewegungen durch den Menschen völlig unbeeinflussbar sind, wie
z. B. Bienen, Fliegen oder Ratten, nicht dagegen umherwandernde Katzen, auch wenn sie nur schwer auf dem eigenen Grundstück gehalten werden können.
Ein Ausgleich der Interessen von Katzenhaltern auf der einen und Vogelschützern, Blumenfreunden und Sandkastennutzern auf der anderen Seite wird daher über das sogenannte nachbarschaftliche Gemeinschaftsverhältnis gesucht. Dies verlangt gegenseitige Rücksichtnahme als Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben.




Bayer. Wohnungs- und Grundeigentümerverband e.V.
Dachauer Str. 31, 80335 München, Tel. (089) 597937
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Was sagt die Rechtsprechung?
Die Gerichte orientieren sich an der Ortsüblichkeit. So wird es in Villenvierteln als üblich erachtet, dass Hauskatzen frei im Auslauf gehalten werden. Auch soll es einem Katzenhalter zugestanden werden, beliebig viele Katzen zu halten, wenn er die Zahl der frei herumlaufenden Katzen auf ein bis zwei Tiere beschränkt.
Es gibt aber keinen Grundsatz, dass jeder Grundstückseigentümer ein bis zwei Katzen halten kann, die dann die Grundstücke der anderen Eigentümer, die keine Katzen halten, durchstreifen dürfen. Eine bestimmte Begrenzung auf die Zahl der Katzenhalter als alleiniges Kriterium macht schon darum keinen Sinn, wenn man bedenkt, dass in einer Reihenhaussiedlung jeder Eigentümer zwei Katzen halten kann, die sämtliche Grundstücke durchstreifen werden.

Abwehrmöglichkeiten:
Der betroffene Nachbar darf die Katze von seinem Grundstück verjagen. Er darf sie sogar fangen und vorübergehend einsperren. Hierzu muss er aber von verschiedenen Abwehrmöglichkeit, die für die Katze am wenigsten schädliche wählen und auch das Tierschutzgesetz beachten, also der Katze nicht unnötige Schmerzen zufügen. Auch wenn die Katze sein Grundstück ohne seinen Willen betritt, wird er keine weiteren Abwehrrechte haben. Kommt es allerdings zu einer erheblichen Eigentumsbeeinträchtigung, wie z. B. Kotablagerung oder das Jagen von Vögeln und Töten von Zierfischen, liegt eine Eigentumsbeeinträchtigung vor, die abgewehrt werden darf. Dies kann sogar bis zu einem Anspruch auf Schadenersatz gegen den Tierhalter führen. Will nämlich ein Eigentümer einen pflegeintensiven Blumengarten anlegen, Zierfische halten oder einen besonders schönen Lebensraum für geschützte Vogelarten schaffen, ist er wenigstens so schützenswert wie der Nachbar als Katzenhalter.
Der Nachbar kann sich nicht darauf berufen, dass das Herumstreifen zur Wesensart der Katzen gehört und dass ein entstandener Schaden durch die Katzen hinzunehmen ist. Dies geht sogar so weit, dass auf eine Katzenhaltung verzichtet werden muss, wenn der Nachbar nicht zur Warnung der Vögel durch eine Glocke am Halsband der Katze Vorsorge trifft.

Durchsetzbarkeit der Ansprüche:
Ein Abwehranspruch des betroffenen Nachbarn auf Unterlassung der Katzenhaltung und damit auf Beseitigung der Störung ist schwer durchsetzbar. Oft scheitert ein Rechtsstreit auch an der Beweislast, die der Kläger hat, wenn der Beklagte vorträgt, es seien nicht seine Katzen gewesen, die z.B. die Zierfische im Teich des Klägers getötet oder dessen Vögel gejagt haben.
Das Amtsgericht Starnberg hatte vor einiger Zeit einen Fall zu lösen, wo sich der Kläger zu Recht beschwert hatte, dass die Beklagte Nachbarin sieben Katzen hielt, die sich ständig auf seinem Grundstück aufhielten und dieses verschmutzten. Daraufhin legte die beklagte Nachbarin fünf Kaufverträge vor, wonach sie die Katzen (alle mit bestimmten Namen) an Nachbarn verkauft hatte, die dieses noch als Zeugen bestätigten. Allerdings, so die beklagte Nachbarin, könne sie nichts dafür wenn die Katzen immer wieder zu ihr zum Fressen kämen und außerdem auch sich in des Klägers Garten aufhalten würden.



Nachbarskatze – unerwünschter Besuch im eigenen Garten

Das Problem:
Das Halten eines Haustiers, z. B. einer Katze, ist ein Stück persönliche Freiheit, dass dem Eigentümer eines Grundstücks oder einer Wohnung grundsätzlich nicht versagt werden darf. Die Tierhaltung kann allenfalls in einer Eigentumswohnanlage durch eine Nutzungsreglung in der Gemeinschaftsordnung oder eine Hausordnung geregelt, nicht aber gänzlich verboten werden. In Mietverträgen ist die Tierhaltung meist genehmigungsbedürftig vereinbart. Die Mietgerichte entscheiden im Zweifel großzügig zu Gunsten des Mieters bei der Interessenab-wägung. Das Halten einer Katze kann der Vermieter meist nicht verbieten.
Soweit Katzen nicht ausschließlich in der Wohnung gehalten werden (“Stubentiger“), pflegen sie sich ein eigenes Revier zu verschaffen, das sich nicht auf das Grundstück ihres Herrchens oder Frauchens beschränkt. Katzen können, anders als ein Hund, kaum auf dem eigenen Grundstück gehalten werden und beziehen die Nachbargrundstücke in ihr Revier mit ein.
Interessenkollisionen sind vorgezeichnet, vor allem wenn nebenan ein Gartenfreund beson-ders schöne Blumen gepflanzt hat oder besondere Vorkehrungen trifft, dass die heimische Vogelwelt sich in seinem Grundstück besonders wohl fühlt. Auch Kinderspielplätze, vor al-lem Sandkästen, sind ein bevorzugter Platz für Katzen, in denen sie gerne ihren Kot ablagern. Viele Nachbarn haben sich schon wegen freilaufender Katzen nachhaltig zerstritten. Eine große Zahl von Gerichtsurteilen macht deutlich, dass eine gütliche Einigung selten erzielt werden konnte.
Wie kann man sich wehren?
Welche Möglichkeiten bestehen für den Grundstückseigentümer, die Nachbarskatze von sei-nem Besitz fernzuhalten?
Das BGB nennt zwei Vorschriften, die in Frage kommen. Dies ist einmal der § 906 BGB, wonach der Eigentümer eines Grundstücks von einem anderen Grundstück ausgehende Ein-wirkungen nicht verbieten kann, soweit dadurch die Benutzung seines Grundstücks nicht oder
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nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Dabei wird bei der Frage der Wesentlichkeit darauf ab-gestellt, ob die Benutzung des anderen Grundstücks ortsüblich ist und nicht durch Maßnah-men verhindert werden kann, die den Nachbarn wirtschaftlich zumutbar sind. Nach der Rechtsprechung gehören zu den Einwirkungen im Sinn des § 906 BGB aber nur solche Tiere, deren Bewegungen durch den Menschen völlig unbeeinflussbar sind, wie
z. B. Bienen, Fliegen oder Ratten, nicht dagegen umherwandernde Katzen, auch wenn sie nur schwer auf dem eigenen Grundstück gehalten werden können.
Ein Ausgleich der Interessen von Katzenhaltern auf der einen und Vogelschützern, Blumen-freunden und Sandkastennutzern auf der anderen Seite wird daher über das sogenannte nach-barschaftliche Gemeinschaftsverhältnis gesucht. Dies verlangt gegenseitige Rücksichtnahme als Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben.

Was sagt die Rechtsprechung?
Die Gerichte orientieren sich an der Ortsüblichkeit. So wird es in Villenvierteln als üblich erachtet, dass Hauskatzen frei im Auslauf gehalten werden. Auch soll es einem Katzenhalter zugestanden werden, beliebig viele Katzen zu halten, wenn er die Zahl der frei herumlaufen-den Katzen auf ein bis zwei Tiere beschränkt.
Es gibt aber keinen Grundsatz, dass jeder Grundstückseigentümer ein bis zwei Katzen halten kann, die dann die Grundstücke der anderen Eigentümer, die keine Katzen halten, durchstrei-fen dürfen. Eine bestimmte Begrenzung auf die Zahl der Katzenhalter als alleiniges Kriterium macht schon darum keinen Sinn, wenn man bedenkt, dass in einer Reihenhaussiedlung jeder Eigentümer zwei Katzen halten kann, die sämtliche Grundstücke durchstreifen werden.

Abwehrmöglichkeiten:
Der betroffene Nachbar darf die Katze von seinem Grundstück verjagen. Er darf sie sogar fangen und vorübergehend einsperren. Hierzu muss er aber von verschiedenen Abwehrmög-lichkeit, die für die Katze am wenigsten schädliche wählen und auch das Tierschutzgesetz beachten, also der Katze nicht unnötige Schmerzen zufügen. Auch wenn die Katze sein Grundstück ohne seinen Willen betritt, wird er keine weiteren Abwehrrechte haben. Kommt es allerdings zu einer erheblichen Eigentumsbeeinträchtigung, wie z. B. Kotablagerung oder das Jagen von Vögeln und Töten von Zierfischen, liegt eine Eigentumsbeeinträchtigung vor, die abgewehrt werden darf. Dies kann sogar bis zu einem Anspruch auf Schadenersatz gegen
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den Tierhalter führen. Will nämlich ein Eigentümer einen pflegeintensiven Blumengarten anlegen, Zierfische halten oder einen besonders schönen Lebensraum für geschützte Vogelar-ten schaffen, ist er wenigstens so schützenswert wie der Nachbar als Katzenhalter.
Der Nachbar kann sich nicht darauf berufen, dass das Herumstreifen zur Wesensart der Kat-zen gehört und dass ein entstandener Schaden durch die Katzen hinzunehmen ist. Dies geht sogar so weit, dass auf eine Katzenhaltung verzichtet werden muss, wenn der Nachbar nicht zur Warnung der Vögel durch eine Glocke am Halsband der Katze Vorsorge trifft.

Durchsetzbarkeit der Ansprüche:
Ein Abwehranspruch des betroffenen Nachbarn auf Unterlassung der Katzenhaltung und da-mit auf Beseitigung der Störung ist schwer durchsetzbar. Oft scheitert ein Rechtsstreit auch an der Beweislast, die der Kläger hat, wenn der Beklagte vorträgt, es seien nicht seine Katzen gewesen, die z.B. die Zierfische im Teich des Klägers getötet oder dessen Vögel gejagt haben.
Das Amtsgericht Starnberg hatte vor einiger Zeit einen Fall zu lösen, wo sich der Kläger zu Recht beschwert hatte, dass die Beklagte Nachbarin sieben Katzen hielt, die sich ständig auf seinem Grundstück aufhielten und dieses verschmutzten. Daraufhin legte die beklagte Nach-barin fünf Kaufverträge vor, wonach sie die Katzen (alle mit bestimmten Namen) an Nach-barn verkauft hatte, die dieses noch als Zeugen bestätigten. Allerdings, so die beklagte Nach-barin, könne sie nichts dafür wenn die Katzen immer wieder zu ihr zum Fressen kämen und außerdem auch sich in des Klägers Garten aufhalten würden.