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Kaution beim Wohnraum-Mietvertrag - darf der Mieter freiwillig mehr zahlen? -

Bei Wohnraum darf die Sicherheit, die der Mieter leistet, höchstens das dreifache der Monats-miete betragen. § 551 Abs. 4 BGB lässt eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinba-rung nicht zu.
Was gilt aber nun, wenn der Vermieter keine darüber hinausgehende Kaution fordert und eine solche auch nicht vereinbart ist, aber der Mieter freiwillig sich bereit erklärt, höhere Sicherheit zu leisten, z. B. eine drei Monatsmieten übersteigende Bürgschaft? Hierzu findet sich eine BGH – Entscheidung aus dem Jahr 1990. Danach darf ein Mieter, um die Bedenken des Vermieters zu zerstreuen, auch eine höhere Bürgschaft anbieten, wenn damit keine besonderen Belastungen für ihn verbunden sind.

Aber Vorsicht:
Gerade in Regionen, wo Mietraum knapp ist, wird eine über die gesetzliche zulässige Höhe hinaus geleistete Sicherheit, auch wenn sie nach außen freiwillig erfolgt, immer den „Geruch“ haben, dass der Mieter die an sich unzulässig hohe Kaution angeboten hat, um andere Mitbewerber um die Wohnung auszustechen. Es empfiehlt sich, eine solche Vereinbarung deutlich vom übrigen Text des Mietvertrages durch anderes Schriftbild oder durch Beifügung einer Anlage, auf die im Mietvertrag selbst hingewiesen ist, schriftlich niederzulegen. Aus dem Text sollte auch erkennbar sein, dass der Mieter ohne jeglichen Zwang und in Kenntnis dessen, dass die gesetzlich geschuldete Kaution nur drei Netto -Monatsmieten beträgt, freiwillig eine höhere Kau-tion leistet.