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Dauer von Wohnraummietverhältnissen

Vermieter und Mieter entscheiden im Rahmen der Vertragsfreiheit selbst, auf welche Dauer sie ihren Mietvertrag abschließen wollen. Der Gesetzgeber mischt sich nur insoweit ein, als er die Schriftform bei Verträgen verlangt, die für längere Zeit als ein Jahr geschlossen sind. Andernfalls gilt der Vertrag als auf unbestimmte Zeit mit einer Kündigungszeit von mindestens einem Jahr geschlossen.

Zwei Gestaltungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:



1. Mietvertrag auf unbestimmte Zeit:

Ist ein Ende des Mietvertrages nicht vereinbart, kann jede Partei das Mietverhältnis kündigen. Die Kündigung ist spätestens am 3. Werktag eines Monats für den Ablauf des übernächsten Monats zulässig. Dabei kommt es nicht auf die Absendung, sondern auf den Zugang des Kündigungsschreibens an.

Nach einer Mietvertragsdauer von fünf und acht Jahren verlängert sich diese Kündigungsfristfür den Vermieter jeweils um drei Monate.

Eine kürzere Kündigungsfrist für den Vermieter kann vereinbart werden, wenn nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet wurde (längere Reise des Vermieters, Mieter als Saisonarbeiter) oder in der Vermieterwohnung ein möbliertes Zimmer vermietet ist.



2. Zeitmietvertrag:

Durch einen Zeitmietvertrag sichert sich der Vermieter dahingehend ab, daß der Mieter nach Ablauf der Mietzeit keine Verlängerung des Mietvertrages erzwingen kann. Die Voraussetzungen hierfür sind:

-die schriftliche Mitteilung des Vermieters schon bei Vertragsbeginn, daß er

- die Räume anschließend für sich oder seine Familie nutzen will oder

- die Räume beseitigen oder verändern möchte und dies durch eine Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert würde oder

- die Räume an einer zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten soll.

Der Mieter kann vom Vermieter frühestens vier Monate vor Ablauf der Befristung verlangen, daß dieser ihm binnen eines Monats mitteilt, ob der Befristungsgrund noch besteht. Erfolgt die Mitteilung später,so kann der Mieter eine Verlängerung um einen entsprechenden Zeitraum verlangen.

Ändert sich der bei Vertragsbeginn angegebene Verwendungszweck im Laufe des Mietverhältnisses, fällt die Schutzwürdigkeit des Vermieters weg und der Mietvertrag verlängert sich auf unbestimmte Zeit. Der Vermieter ist verpflichtet, eine solche Änderung dem Mieter unverzüglich mitzuteilen.



Oft kommt es vor, daß das Mietverhältnis (sei es durch Zeitablauf oder durch Kündigung) endet, der Mieter aber trotzdem nicht auszieht. Will eine der Parteien verhindern, daß sich das Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit verlängert, muß innerhalb von 14 Tagen der entgegenstehende Wille der anderen Seite gegenüber deutlich gemacht werden. Diese Frist beginnt für den Mieter zum Zeitpunkt des eigentlichen Vertragsendes, für den Vermieter, wenn er feststellt, daß der Mieter nicht ausgezogen ist.