Der BWE informiert / BWE-Wissensdatenbank / Themen UVW / Wohnungsschlüssel

Die Wohnungsschlüssel

Zur Sicherheit einer Mietwohnung gehört, daß sie verschlossen werden kann; Schlüssel - zumindest für die Haus- und Wohnungstüre - müssen als notwendiges Zubehör dem Mieter ausgehändigt werden. Schlüssel für Innentüren können, müssen aber nicht zwingend vorhanden sein.

Zu den Pflichten des Vermieters gehört vor allem, dem Mieter den alleinigen Besitz an der Wohnung zu verschaffen, ihm also sämtliche Schlüssel zu übergeben, es sei denn, der Mieter ist einverstanden, daß der Vermieter einen oder mehrere Schlüssel behält.

Erst nach der Übergabe der Schlüssel muß der Mieter überhaupt die Miete bezahlen.

Formularmietverträge enthalten meist nur den lapidaren Satz, wieviel Schlüssel zu welchen Räumen dem Mieter auszuhändigen sind.



Welche Schlüssel erhält der Mieter?

Er muß auf jeden Fall über einen Wohnungsschlüssel, bei einem Mehrfamilienhaus auch über einen Hausschlüssel, und über Schlüssel für den Hausbriefkasten sowie das mietvermietete Keller- oder Speicherabteil, verfügen können. Schlüssel für Gemeinschaftsräume sind entweder allgemein zugänglich oder jederzeit erreichbar beim Hausmeister unterzubringen; es kann auch jeder Partei im Haus ein eigener Schlüssel ausgehändigt werden.



Wieviele Schlüssel darf der Mieter haben?

Oft reichen dem Mieter die zu Vertragsbeginn erhaltenen Schlüssel nicht aus, weil ein Lebenspartner einzieht oder die Kinder größer werden und eigene Schlüssel haben möchten. Dann muß der Vermieter dulden, daß sich der Mieter auf eigene Kosten weitere Schlüssel anfertigen läßt. Der Mieter darf auch ein zusätzliches Schloß anbringen, muß aber bei Ende des Mietvertrages den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.

Grundsätzlich gilt, daß der Mieter für Haus- und Wohnungstür auf jeden Fall zwei Schlüssel erhalten muß und jede dritte oder weitere erwachsene Person Anspruch auf einen zusätzlichen Schlüssel hat. Der Vermieter sollte es tunlichst vermeiden, noch über eigene Schlüssel zur Wohnung zu verfügen, weil er andernfalls - zwangsläufig - bei einem Diebstahl in der Wohnung zu den verdächtigen Personen gezählt wird.



Bei längerer Abwesenheit des Mieters:

Im Interesse beider Parteien muß dann in Notfällen (z.B. ein Wasserrohrbruch oder ein Brand nach einem Kurzschluß) die Wohnung zugänglich sein, um zusätzliche Kosten für ein unvermeidbares gewaltsames Eindringen oder zumindest eine Verzögerung bei der Schadensbeseitigung zu verhindern. Der Mieter kann den Schlüssel bei einer Vertrauensperson hinterlegen, notfalls auch beim Vermieter, jedoch dann sinnvollerweise in einem versiegelten Kuvert, damit dem Vermieter jederzeit der Nachweis möglich ist, den Schlüssel nicht verwendet zu haben.



Verlorene Schlüssel:

Diese muß der Mieter auf eigene Kosten beschaffen und darüberhinaus dem Vermieter auch den Verlust anzeigen, damit der Vermieter prüfen kann, ob nicht aus Sicherheitsgründen die gesamte Schließanlage ausgetauscht oder verändert werden muß.

Dies gilt aber nicht, wenn der Finder des verlorenen Schlüssels diesen der Mietwohnung nicht zuordnen kann oder der Schlüssel endgültig abhanden gekommen ist, z.B. im Urlaub beim Baden ins Meer gefallen ist.



Rückgabe bei Mietvertragsende:

Der Mieter schuldet beim Auszug nicht nur die Räumung, sondern auch die Herausgabe der Wohnung, d.h., er muß seinen Besitz an der Wohnung endgültig aufgeben. Hierzu gehört auch die Rückgabe sämtlicher Schlüssel. Andernfalls kann der Vermieter weiterhin die Miete verlangen, bis er alle Schlüssel in Händen hat.

Hat der Mieter auf eigene Kosten zusätzliche Schlüssel angefertigt, so muß er sie entweder dem Vermieter verkaufen oder - wenn dieser nichts bezahlen will, schenken oder sie nachweislich unbrauchbar machen.